Gründerfamilie

von links: Dr. Günther Rumpf (+ 2001),

Dr. Eberhard Rumpf, Ingrid Rumpf

Julius-Rumpf-Stiftung

Günther und Ingrid Rumpf beschlossen, eine Stiftung zu begründen, um mutigen, phantasievollen und wirkungsvollen Einsatz für Mitmenschlichkeit zu fördern und an die sprichwörtlich "große Glocke" zu hängen, damit das gute Beispiel Nachahmer und weitere Förderer finde. Die Stiftung sollte den Namen des Vaters von Günther Rumpf tragen: Julius Rumpf.

Das Startkapital für die zu gründende Stiftung wurde treuhänderisch der Martin-Niemöller-Stiftung e.V. in Wiesbaden übergeben. Martin Niemöller und Julius Rumpf haben lange Jahre gegen den Nationalsozialismus zusammengearbeitet; heute führt die Martin-Niemöller-Stiftung das friedenspolitische Engagement ihres Namensgebers fort. Feindbilder abzubauen, Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität zu fördern. Ein Stiftungsbeirat (Kuratorium) wacht über die Einhaltung des Stiftungszwecks und entscheidet über alle Angelegenheiten, die mit der Verleihung des Julius-Rumpf-Preises und mit weiteren Förderungen verbunden sind.

Seit August 2007 wird die Julius-Rumpf-Stiftung treuhänderisch von der Stiftung Diakonie Hessen verwaltet. Die Stiftung fördert vorrangig Projekte und Initiativen, 

  • die sich deutlich antirassistisch, für die Einhaltung von Menschenrechten und für eine demokratische Alltagskultur positionieren, 
  • die Jugendliche zur Zielgruppe haben, 
  • die Lücken staatlichen Handelns offenbaren, 
  • die umstritten sind und öffentliche Solidarität brauchen 
  • deren Wirken eine größere öffentliche Aufmerksamkeit verdient.


Die Julius-Rumpf-Stiftung konnte seit 2007 für die Preisverleihungen einen Gesamtbetrag von 29.609,00 Euro zur Verfügung stellen. Bitte helfen Sie durch Spenden oder Zustiftungen, das Eintreten der Stiftung für Menschenrechte und eine demokratische Alltagskultur zu unterstützen!


Stiftungsbeirat


Propst i.R. Michael Karg
Vorsitzender, Herborn

Ingrid Rumpf
Karlsruhe

Dr. Eberhard Rumpf
Burgdorf

Claudia Sievers
Wiesbaden

Kontakt

Julius-Rumpf-Stiftung
c/o Martin-Niemöller-Stiftung e.V.
Steingasse 9
65183 Wiesbaden
Tel. 0611 - 9 54 54 86 
Julius-Rumpf-Stiftung (at) t-online.de

Bankverbindung

Landesbank Hessen-Thüringen
IBAN: DE64 5005 0000 0500 0550 90
BIC: HELADEFF


Sinn stiften

Die Stifterfamilie

Julius Rumpf

Pfarrer Julius Rumpf (1874 - 1948) wuchs in Frankfurt/Main in einer liberal, demokratisch und tolerant gesinnten Familie auf. 1921 übernahm er eine Pfarrstelle an der Wiesbadener Marktkirche. Intensiv widmete er sich vor allem der Jugendarbeit. Nach Hitlers Machtergreifung 1933 hatte er den Unrechtscharakter des Regimes bald klar erkannt. Während sein Amtskollege an der Marktkirche zum Landesbischof der gleichgeschalteten Kirche ernannt wurde, übernahm Rumpf die Geschäftsführung des von Martin Niemöller gegründeten Pfarrernotbundes, der Keimzelle der Bekennenden Kirche. 1936 wurde er Vorsitzender des Landesbruderrates und damit Leiter der Bekennenden Kirche Hessen-Nassau, bis er 1938 zwangspensioniert und von der Gestapo aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden ausgewiesen wurde.Obwohl Rumpf nicht im Gestapo-Gefängnis oder Konzentrationslager landete, sah er sich seiner Widerstandshaltung wegen fortgesetzt öffentlichen und staatlich gelenkten Schikanen ausgesetzt. Rumpf beugte sich diesem Druck nicht, sondern blieb standhaft und verfolgte seine Aufgaben mit Festigkeit, Sachlichkeit, innerer Klarheit und Besonnenheit.

 

Der Julius- Rumpf-Preis

Als Förderung und Ermutigung versteht sich der im Jahr 2000 ins Leben gerufene Julius-Rumpf-Preis. Er wird verliehen an Einzelne und Gruppen, die innerhalb oder außerhalb kirchlicher Strukturen mit ihrer Arbeit für Toleranz, gewaltfreie Konfliktlösungen, Mitmenschlichkeit und Versöhnung eintreten. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Er soll an den unspektakulären, aber gradlinigen Widerstand Julius Rumpfs erinnern und das Vorbildhafte dieser Haltung würdigen. Die Preisverleihung soll das geförderte Projekt einer größeren Öffentlichkeit bekannt machen, seine Notwendigkeit ins allgemeine Bewusstsein heben und damit beispielgebend wirken.

 

Bisherige Preisträger

2000
Ev. Kirchengemeinde Joachimsthal mit ihrem
Jugendmusikprojekt BAFF (»Bands auf festen Füßen«)
Laudatio: Renan Demirkan, Schauspielerin

2001
Flüchtlingsrat Brandenburg
Laudatio: Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D.

2002
Netzwerk Sachsen gegen Rechtsextremismus,
Gewalt und Fremdenfeindlichkeit e.V.
Laudatio: Rita Süßmuth, Bundestagspräsidentin a.D.

2003
»Miteinander e.V.«, Netzwerk für Demokratie
und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V.
Laudatio: Reinhard Höppner, Ministerpräsident a.D.

2004
Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm (BFU)
Laudatio: Rupert Neudeck, Journalist


2005
Aktion Zivilcourage Pirna e.V.
Laudatio: Sebstian Krumbiegel, “Die Prinzen”


2006
AMAL Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt
Laudatio: Achim Exner, Oberbürgermeister a.D.

2007
FIM - Frauenrecht ist Menschenrecht, Frankfurt

2008
Medizinische Flüchtlingssolidarität Hannover
Laudatio: Prof. Dr. Dr.h.c. Margot Käßmann, EKD-Botschafterin der Lutherdekade

2010
"Ferien vom Krieg" des Komitees für Grundrechte und Demokratie
Laudatio: Andreas Zumach, Journalist

2012
Jugendprojekt „Mittendrin“, Neuruppin
Laudatio: Anetta Kahane, Amadeu Antonio Stiftung

 

2014
Internationale Initiative Hochfeld, Duisburg
Laudatio: Jens Geier, MdEP, Essen

 

2016
Arbeitskreis Flüchtlingshilfe, Wetzlar